Zurück Zurück Übersicht Übersicht Vor Vor Frau S.  Abends in der Bahn begegnete mir eine Alte. Eigentlich war sie sehr unscheinbar aber sie fiel mir auf. Ihr stand etwas ins Gesicht geschrieben welches ich lesen wollte. In der Suche, wich sie mir jeglichen Blick aus. Sie schien als wolle sie etwas verbergen. Doch das Buch welches sich niemals schließt, lässt sich nicht verstecken. So wollte ich nun wissen und erkennen was sie prägte.  Tiefe Falten durchzogen ihr Gesicht mit noch tieferer Trauer welche ihre Augen zeigten. Sie war gezeichnet von etwas was ich niemals erfahren würde, doch verborgen blieb es mir nicht. Ihre Reflektion im Glas diente nun zum Ersatz des wahren ich´s. Verborgen blieb mir auch nicht das sie das Erlebte zu ertränken versuchte. Scheinbar tat sie es jeden Tag, leider würde es sie nicht retten. Denn die Trauer und Verzweiflung wird sie ertränken. Meine Gedanken gehen ihr weiter zu Grunde, doch werde ich nie Wissen auf welchen Weg sie ihr Leben nahm und lassen wird. So schenke ich Ihr diese Zeilen selbst wenn sie das nicht glücklich macht. Wie würde ihr es wohl ergehen wenn ich ihr begegnete? Würde mein Wissen sie ändern? Doch ich lasse sie in Ruhe denn den Weg wählte sie allein.   Ist das Teilen von Gedanken nicht die einzige Freiheit die wir besitzen dürfen, oder diese auch für sich zu behalten?  26.10.2012